Donnerstag, 5. Juli 2012

PHOENIXFLUCH von Jennifer Benkau

Verlag: Sieben Verlag
Erschienen: Dezember 2010
Genre: Romantic Fantasy
Seitenanzahl: 269
Kapazität: 1136KB





Inhalt:
Seit Jahrzehnten erträgt Samuel seine verfluchte Existenz. Einst hatte er in seiner Verzweiflung dem Werben des Teufels nachgegeben, der ihn in den Selbstmord lockte. Doch der Schicksalsgöttin Moira, die andere Pläne mit Samuel hatte, gelang ein Handel mit Satan und sie schickte Samuel zurück ins Leben. Aber alles hat seinen Preis – einen Preis, den Samuel jeden Tag bezahlen muss.
Helena ahnt nicht, wie sehr das zufällige Zusammentreffen mit Samuel ihr Leben verändern wird. Als Nachfahrin einer alten Hexenzunft spürt sie, dass Samuel ihr etwas verheimlicht. Doch so sehr er sich auch sträubt, Helena gibt so schnell nicht auf. Für ihre Liebe zu Samuel ist sie bereit zu kämpfen, auch wenn der Gegner eine unbekannte Größe darstellt.
(Quelle: Sieben Verlag)


Rezension:
Als Helena Sanders einem jungen Mann abends auf der Brücke begegnet, während er sich das Leben nehmen will, beginnt sich ihr Leben gehörig auf den Kopf zu stellen. Trotz ihrer Versuche, ihn vom Leben zu überzeugen, springt er in die Tiefe. Helena ist bestürzt über den Anblick und geht sofort zur Polizei, doch diese hält sie für verrückt, weil kein männlicher Leichnam gefunden wurde. Helena ist jedoch überzeugt davon, ihn gesehen zu haben und vergisst diese Bilder nicht.
Nach einigen Tagen auf ihrer neuen Arbeit in einem Musikgeschäft kann sie ihren Augen kaum trauen, als der Mann von der Brücke vor ihr steht. Unversehrt und quicklebendig. Helena will ihn zur Rede stellen, doch er blockt sie ab und verschwindet wieder.
Denn Samuel Malheimer ist kein gewöhnlicher Mann. Vor über hundert Jahren begann er einen Fehler, der ihm teuer zu stehen kam. Denn das Schicksal und der Teufel bandelten um seine Seele. Der Teufel nahm Samuel seinen Zorn und seine Wut, während das Schicksal den Rest von ihm einem Fluch aufbändigte. Er soll während den Nächten, wenn der Phoenix lebt, zu Asche vergehen und zum ersten Sonnenstrahl, wenn der Phoenix verbrennt, wieder auferstehen. Jeden Tag, bis er den Fluch brechen kann.
Während all dieser Jahrzehnte wollte er sich immer wieder öffnen, doch die Menschen in seiner Umgebung starben durch seinen Fluch. Seitdem lädt er die Schuld auf seine Schultern und sucht nach der Möglichkeit den Fluch zu beenden. Bis er Helena begegnet, die in ihm einen Wunsch weckt, der für seine Verhältnisse einfach nur absurd ist. Sie strahlt einen Hoffnungsschimmer für ihn aus und lässt ihn sich danach sehnen, zu leben.
Auch Helena kann sich der Anziehungskraft, die zwischen ihr und Samuel ist, nicht verwehren. Wäre da nicht gleichzeitig dieser mysteriöse Fremde vom Mittelalterfest, der sie ebenso bannt.
Kann Samuel seinen Gefühlen freien Lauf lassen oder wird er dadurch Helena in den Tod stürzen und wieder Schuld an einem Ableben tragen? Und was verbirgt sich hinter den dunklen Gestalten, die Helena während der Nächte um ihr Haus schleichen spürt? Wie wird das Schicksal entscheiden?

Nachdem ich die Schattendämonen-Trilogie von Jennifer Benkau las, musste ich mir einfach auch PHOENIXFLUCH holen. Ihr Schreibstil und die Art ihren Charakteren Leben einzuhauchen, hat mich mitgerissen und total überzeugt.
Im Gegensatz zum Nybbas ist Samuel ein Mann, der seine Angst offen zeigt und sich sprichwörtlich jeden Tag in einer leeren Badewanne die Kugel gibt. Sein Leben, wenn man es denn so nennen will, ist nicht gerade leicht und wie es zu seinem Fluch gekommen ist, macht es ihm doppelt so schwer. Denn die Schuld, die er auf seinen Schultern trägt, ist immens und droht ihm, unter sich zu begraben.  Da kommt es vielleicht gerade richtig, dass er Helena begegnet, die ähnlich wie auch schon Joana in Jennifer Benkaus Trilogie eine taffe Frau und zu stur ist, um schnell aufzugeben. Sie rennt Samuel quasi hinterher, um endlich herauszufinden, was hinter ihm steckt.
Genau diese Hartnäckigkeit zeigt über das ganze Buch Helenas Stärke. Sie will nicht aufgeben und steckt Samuel damit an.
Dass die Situation aussichtslos scheint, lässt die Spannung hochkochen bis zum Showdown. Mit einigen Hochs und Tiefs und einer bewegenden Vergangenheit Samuels lässt das Buch einen mitfiebern und mitzittern. Die Charaktere wachsen einem ans Herz und man wünscht sich ein gutes Ende für die Beiden. Aber ob sie es bekommen, bleibt bis zum Ende ungewiss.

Liebe, Spannung und eine interessante, vor allem neue Geschichte ist Jennifer Benkau mit PHOENIXFLUCH mehr als gelungen. Bis zum Schluss fiebert man mit und die Art, wie sie ihre Charaktere sprechen lässt, ist ein Genuss. Für jeden, der die Schattendämonen-Trilogie gelesen hat, ist es ein Muss und für jeden anderen zu empfehlen, der etwas wirklich Neues im Bereich Fantasy lesen will. Welches andere Buch kann schon von einem Mann handeln, der mit dem Phoenix verbunden ist und jede Nacht in Flammen aufgeht?

Herzen: 4,5 von 5

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