Montag, 4. April 2016

WINTERHONIG von Daniela Ohms


Verlag: Knaur
Erschienen: April 2016
Genre: Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 586




Inhalt:
EINE LEBENSGEFÄHRLICHE LIEBE IN EINER HARTEN, BÄUERLICHEN WELT
Als jüngstes von zehn Geschwistern kennt Mathilda die Härten des Lebens nur zu gut. Einziger Lichtblick seit ihrer Kindheit: Karl, der Stallknecht des benachbarten Gutshofes. Schon als Junge tröstete er die kleine Mathilda mit einer ganz besonderen Leckerei: seinem wunderbaren Winterhonig. Nun, im Erwachsenenalter, ist aus der kindlichen Zuneigung eine tiefe Liebe geworden. Doch als in ihrem abgelegenen westfälischen Dorf Misstrauen und Hass um sich greifen, während Flugzeuglärm und Bombenexplosionen selbst hier zum Alltag werden und der Terror der Nazis auch vor ihrem Dorf nicht haltmacht, wird die Lage für Karl aussichtslos. Denn er hütet ein Geheimnis, das ihn das Leben kosten könnte.
(Quelle: Droemer Knaur Verlag)


Rezension:

Mit dem Tod ihrer Mutter verändert sich das Leben der kleinen Mathilda von Grund auf. Erst als sie auf den fünf Jahre älteren Karl trifft, der beste Freund ihres großen Bruders, drängt sich neues Licht in ihr Leben. Mit dieser Begegnung beginnt die Geschichte von Mathilda und Karl. Eine Geschichte, die das Leben in Zeiten vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg zeigt. Auf dem Bauernhof, dem Gestüt oder an der Front. Es ist die Geschichte von einer Liebe, die verboten und gleichzeitig so stark ist, den Hindernissen und Grausamkeiten des Lebens zu trotzen.

Ich kann kaum in Worte fassen, wie sehr mich dieses Buch berührt hat. Es hat mich gleich von der ersten Seite an gepackt und kaum mehr losgelassen. Ich fühlte mit Mathilda, lachte über ihre kindliche Naivität, als sie ausrechnete, wie oft sie angeblich unzüchtig war, weinte, wenn sie weinte (manchmal noch öfter als sie), und bekam dieses wunderschöne Bauchkribbeln, wenn sie mit Karl zusammen war oder seine Briefe las.
Gleichzeitig schaffte es die Autorin Daniela Ohms mit ihrer bildlichen Sprache alles lebhaft werden zu lassen. Egal ob die Arbeit auf dem Bauernhof oder Karls Einsatz an der Front. Dabei hat sie meiner Meinung nach es wunderbar geschafft, auch Karls Gefühle, seinen Zwiespalt, seine Wünsche, sowie sein Leben als Soldat authentisch und überhaupt nicht "politisch unkorrekt" zu beschreiben. Dafür hat sie wirklich meinen vollen Respekt. Die harte Recherche, die im Nachwort erwähnt wird, spürt man deutlich und es macht das Buch noch viel wertvoller in seiner Thematik und Umsetzung, als es meiner Meinung nach sowieso schon ist. Gerade jetzt, in der Zeit von Flüchtlingsströmen und rechtsextremen Parteien in Landtagen ist dieses Buch ein guter Denkanstoß, eine Erinnerung, welche Fehler einmal zu schrecklichen Grausamkeiten geführt haben. Leider, werden die Leute, die wohl mal eine "Belehrung" bräuchten, ein Buch wie dieses nie in die Hand nehmen. Dennoch kann ich nur appellieren, genau das zu tun.
Lest dieses Buch! Egal, welche Motivation dahintersteckt. Dieses Buch verdient es, gelesen zu werden. Ich kann nur noch einmal wiederholen, wie sehr es mich berührt hat, bis tief in mein Herz.

Vielen lieben Dank an die Autorin, die dieses wunderbare Buch geschrieben hat, und natürlich an die Oma, die "ihre" Geschichte zur Verfügung gestellt hat.


Wenn ich könnte, würde ich tausend Herzen/Sterne für dieses Buch vergeben, aber leider gibt es nur 5, daher:


Herzen: 5 von 5

1 Kommentar:

  1. Huhu!

    Vielen Dank für deine Rezension zu diesem Buch. Ich kannte es zwar bisher nicht, bin aber auf der Suche nach einer Belohnung, wenn ich meine Arbeit über "Temperature Sensors" abgegeben habe (Zugeben, das dauert noch ein wenig, aber die Wuli kann man ja immer füllen :D). Der Gedanke, dass eigentlich fast jeder so eine Art von Geschichte in der eigenen Familie hat, ist mir damit auch durch den Kopf gegangen ... Schlimm, schlimm, dass sich jetzt irgendwie alles zu wiederholen scheint *seufz*.

    Liebe Grüße
    Marie

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